Das Bad ist völlig neu entstanden. Die Gegebenheiten waren baulich etwas herausfordernd: Das Haus hat genau auf der Höhe des Bades einen „Knick“. Zudem gibt es einen Kamin genau dort, der natürlich bleiben musste. Weiter gibt es im Bad auch noch eine Zwischenwand, die ein Stück weit erhalten bleiben sollte. Insgesamt ist das Badezimmer sehr schmal. Die Außenwand des Hauses besteht aus gelegten Steinen, sie ist ungefähr 60 cm stark. Nachdem gerade dort vorher für die Wasserleitungen gestemmt worden war, war es praktisch unmöglich, dort eine wirklich gerade, glatte Mauer zu machen. Ich habe es zumindest nicht geschafft und daher auf eine andere Lösung gesetzt. Zu guter Letzt hat das Bad kein Fenster nach außen. Nach 2,3 Jahren der Nutzung wurde noch ein Unterbau für den Waschtisch gebaut sowie der Spiegel erneuert.
Die Einkaufsliste
Online habe ich eine praktisch neue Emailbadewanne für kleines Geld bekommen. Sie ist wirklich groß, so dass sich auch größere Leute bequem hineinlegen können (und nicht nur sitzen). Die Füße für die Wanne habe ich neu besorgt, die alten waren leider beschädigt. Weiter habe ich hier gebraucht: Yton-Steine für den Verbau, Kleber für Yton, Fliesenkleber, Fugenmasse, Fliesen (Restmengen in verschiedenen Ausführungen und Farben) bunte Glassteine, bunte Mineralsteine. Für den Waschtisch habe ich Ziegel, Mörtel, ein Waschbecken (ebenfalls online erstanden) und Armaturen sowie eine Holzplatte benötigt.
Die Badewanne
Zuerst habe ich die Badewanne – so irgendwie – ins Bad geschleppt und dort dann auf die passenden Füße geschraubt. Als die Badewanne ihren Standort hatte, habe ich begonnen, die Wanne rundherum mit Ytong-Steinen zu umschliessen. Wichtig war mir dabei, den natürlichen Raumteiler, den es durch eine bestehende Wand gab, bestmöglich zu nutzen und zu betonen. Ytong lässt sich wirklich spielend einfach verarbeiten, mit dem Kleber kann man gut arbeiten. Gleichzeitig wurde sichergestellt, dass der Abfluss und die Wasseranschlüsse an der richtigen Stelle waren (das war eine der wenigen Arbeiten, für die ich mir einen Handwerker geholt habe, weil ich mir die Wasseranschlüsse nicht zugetraut habe). Nachdem die Ytonsteine trocken waren, habe ich begonnen, die Wanne hinten und auf der Seite mit Bauschutt zu füllen. Der musste ersten ohnehin irgendwohin und zweitens habe ich im hinteren Bereich später einfach Mörtel eingegossen, um auf das entsprechenden Niveau der Wanne zu kommen. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten waren Ytongsteine im hinteren Bereich nicht machbar.
Das Verfliesen
Die Front der Badewanne habe ich mit ganzen Fliesen verfliest. Dabei habe ich die Fliesen quergestellt, so dass ein schräges Muster entstanden ist. Das Auge verzeiht so auch leichter, wenn die Fugen später nicht 100%-ig gleich sind. Auf Ytongsteine kann man Fliesen sehr einfach mit Fliesenkleber aufkleben, auch das Verfugen danach ist hier kein Problem. Das Zuschneiden der Fliesen mit dem Fliesenschneider war in dem Fall leicht, weil die Fliesen standardmäßig eher dünn waren. Ein Problem stellte die hintere, sehr unebene und geknickte Wand dar. Da normale Fliesen anzubringen, war praktisch unmöglich, auch wenn ich das gerne getan hätte, allein schon wegen des geringeren Arbeitsaufwandes. So aber blieb nur die Variante, dort ein Mosaik anzubringen. Also habe ich viele Fliesen mit dem Hammer vorsichtig in Stücke geklopft und habe dann diese Splitter in die mit Sand gefüllte Mischmaschine geworfen und die scharfen Kanten abgeschliffen. Dann habe ich Stück-für Stück das Mosaik gelegt.
Der Waschtisch
Der Sockel für das Waschbecken wurde mit Ziegeln gemauert. Es war meine erste Maurerarbeit. Zuvor hatte ich im Internet über das richtige Mischungsverhältnis Zement:Kalk:Sand gelesen, aber dann habe ich doch dem ungarischen Maurer über die Schulter geschaut. Nach einiger Zeit hatte ich das richtige Mischungsverhältnis im Gefühl und musste nicht mehr Schaufeln zählen oder Säcke messen. Dass die Mauer gerade wurde, habe ich erstens meinem guten Augenmaß zu verdanken, zweitens der Kontrolle mit der Wasserwaage. Nachdem die Mauer trocken war, wurde sie verputzt, dabei habe ich darauf geachtet, runde Kanten zu erreichen. Kalkputz ist sehr ätzend, anfangs habe ich daher Handschuhe getragen, aber nach einiger Zeit habe ich dann mit bloßen Händen gearbeitet. Das ätzt dann die oberste Hautschicht erstmal weg, aber man gewöhnt sich dran. Auf den Waschtisch habe ich dann eine Holzkonstruktion geschraubt, auf diese schliesslich kam die Holzplatte, in die ich das Waschbecken passgerecht hineingeschnitten habe. Man muss ein bisschen Phantasie haben beim Anzeichen, Waschbecken sind nun mal nicht flach. Später habe ich die erste Platte dann durch eine durchgängige ausgetauscht, weil etwas mehr Platz im Bad immer gut ist, vor allem, wenn Gäste da sind. Auch die Beleuchtung habe ich erneuert: Ein Tram an die Wand geschraubt, daran dann die Lampen befestigt. Sehr urig, passt. Später habe ich dann die Tischplatte durch eine größere ersetzt.
Sockel für Badewanne
Da anfangs der Einstieg in die Badewanne noch einfach Estrich war, habe ich hier später einen kleinen Sockel gefertigt. Dafür habe ich erst einen kleinen Betonsockel gegossen und den dann mit Fliesen verkleidet.
Waschtisch Unterschrank
Zunächst wurden Kanthölzer links und rechts zugeschnitten und gebohrt. Danach wurden die seitlichen Leisten geschnitten, gebohrt und verdübelt. Erst dann wurden die Kanthölzer gedübelt, an denen später die Türen befestigt werden sollten. Der Verbau war insofern schwierig, als es eine Rundung zu verbauen gab. Hier habe ich mir mit rundgesägten Hölzern beholfen, die ich mit Winkeln auf den richtigen Abstand gebracht habe. Während des Bauens hingen die teilweise in der Luft, aber nachdem dann später alle Bretter montiert waren, ist nun alles sehr stabil. Dann wurden die Einlegeböden geschnitten – keine leichte Aufgabe, wenn keine Wand gerade ist. Nach gefühlten 20 mal Nachsägen und Nachschleifen hat es dann irgendwann gepasst. Für die Verkleidung der Rundung habe ich die Bretter trapezförmig geschliffen, damit sie gut gepasst haben. Dann wurde verschraubt, später wurden die Schraublöcher noch mit Holzspachtelmasse ausgefüllt. Die Türangeln wurden zuerst auf den Türen, dann auch auf den Kanthölzern angezeichnet, gebohrt und eingeschraubt. Damit die Türen gut schließen, wurden magnetische Türschließer verbaut. Dann wurden die Möbelknöpfe gebohrt und angeschraubt. Zuletzt wurde innen und außen weiß lackiert.
Spiegel
Da der vorhandene Spiegel für den breiten Waschtisch zu schmal war, wurde er erneuert. Den Spiegel habe ich online über Amazon bestellt, war mit Abstand die preiswerteste Alternative. Hier konnte man zwischen sehr vielen Größen wählen, der Spiegel kam perfekt verpackt bei mir an. Extra dazu bestellt habe ich Halterungen für den Spiegel, weil die mitgelieferten nicht ideal waren (das waren Halterungen zum Aufkleben auf die Rückseite, nie und nimmer bekommt man hier den Spiegel gerade aufgehängt, leichter und einfacher sind Halterungen, in die man unten den Spiegel hineinstellt und oben einrasten lässt. Für die Umrandung habe ich alte Zementfliesen verwendet, die ich ungefähr ein Jahr vorher gekauft hatte. Ich habe die Umrisse des Spiegel einfach direkt auf die Wand gezeichnet und danach erstmal testweise die Zementfliesen gelegt. Die Fliesen habe ich, wo nötig, mit einer Diamantschleifscheibe und dem Makita Trennschleifer getrennt. Dort, wo die Fliesen auf die Wand sollten, habe ich zur Sicherheit ein Baugitter verspachelt, auf dem die Fliesen problemlos haften. Danach habe ich Stück für Stück die Fliesen an die Wand geklebt, hier muss man wenig Klebemasse nehmen, die auf keinen Fall zu nass sein darf.
Duschkopf
Der Duschkopf in meinem Bad war immer ursprünglich mit einer Stange direkt an der Wand montiert. Das erwies sich als ziemlich unpraktisch, weil man extrem am Rand der Wanne stehen musste, um vom Duschstrahl etwas abzubekommen. Also dann bei Hofer (Aldi) eine Regendusche angeboten wurde, habe ich zugeschlagen. Die Regendusche hat schon grundsätzlich den Vorteil, dass sie recht weit aus der Wand ragt. Da das aber immer noch zu wenig gewesen wäre, habe ich, passend zur Lichtinstallation, einen dicken Balken genommen, geschliffen, lasiert und dreimal mit Boots-Lack gestrichen und habe den an die Wand verschraubt. Erst darauf habe ich die neues Duschvorrichtung montiert. Das Ergebnis ist Traumhaft: Man kann jetzt bequem stehen und hat die Regendusche direkt von oben.


































































































