Küche

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Ich war mir sicher, dass ich keine Einbauküche welcher Art auch immer haben wollte. Durch die offene Bauweise – zwischen Vorraum, Küche und Wohnzimmer gibt es keine Türen – war klar, dass auch die Küche sich als Wohnraum einfügen sollte. Ich hatte vorher schon Beispiele von Küchen, die zumindest teilweise gemauert waren, gesehen. Als nun meine eigene Küche maßgefertigt gebaut werden sollte, war daher eine gemauerte Küche der Weg der Wahl. Ich wollte mediterranen Flair.

Die Einkaufsliste

Mauerziegel, Mörtel (d.h. Sand, Zement, Kalk), Kalkputz, dazu Baulatten. Zwei IKEA-Tischplatten aus Vollholz, rund 25 Jahre alt aber noch gut erhalten, habe ich geschenkt bekommen. Ein Waschbecken von IKEA. Die Armaturen habe ich recht lange gesucht und schliesslich online welche erstanden. Herdplatte und Herd sind ebenfalls von IKEA, sie sind separat. Holz für die Regale sowie für die in die Mauer gearbeiteten Regale sowie verschnörkelte Regalstützen für die richtige Dosis Kitsch. Ein alter Fensterbalken, dazu noch diverse Schrauben und Dübel.

Das Mauerwerk

Ich habe direkt auf den Estrich gemauert. In der untersten Ebene habe ich auch in die vorgesehenen Öffnungen für Herd und Spülmaschine am Boden Ziegel angebracht, so dass die Geräte etwas erhöht stehen. Das Mauerwerk habe ich direkt den Gegebenheiten angepasst. Zum einen sollte die Öffnung zum Wohnzimmer hin geschlossen werden, der Platz hin zum Vorratsraum sollte optimal genutzt werden und die Fläche mit dem Herd sollte möglichst optimal groß sein, so dass man noch genügend Raum zum Hineingehen in die Küche hatte. Das Mauerwerk war bestimmt von der Größe der Geräte bzw. des Waschbeckens, die wurden mauertechnisch abgetrennt. In den restlichen Raum sollten später Regale kommen. Die Höhe habe ich für mich optimal – also etwas höher als die übliche Normküche – gestaltet. Da die Arbeitsplatte „unsichtbar“ verschraubt werden sollte, habe ich dafür direkt aufs Mauerwerk (Vollziegel, keine Lochziegel) eine Holkonstruktion mit Baulatten geschraubt. Die Latten wurden vor der Verarbeitung geschliffen.

Die Arbeitsplatte

Als Arbeitsplatten dienen zwei rund 25 Jahre alte IKEA-Tischplatten aus geleimtem Vollholz mit 4 cm Stärke. Damals hat IKEA noch unkaputtbare Qualität geliefert. Die Platten wurde jeweils an den Ecken durch Rundungen ersetzt, danach wurden die Platten (sie hatten alte Farb- und Ölspuren) mehrfach gründlich geschliffen. Die Platten wurden immer wieder probeweise aufgelegt und zueinander korrekt gerichtet. Später wurden die dabei entstandenen Fugen mit durchsichtigem Silikon abgedichtet. Der Raum, der auf beiden Seiten der Arbeitsplatte freibleiben musste (weil sonst die Arbeitsplatte nicht für die ganze Küche gereicht hätte), wurde später mit kleinen Fliesen ergänzt. Für das Waschbecken und die Herdplatte wurde entsprechend Raum ausgeschnitten.

Putz, Waschbecken, Lasur

Nachdem die Arbeitsplatte fest verschraubt war, wurde das Mauerwerk verputzt, dabei habe ich die Holzkonstruktion gleich mitverputzt. Dabei habe ich wieder auf „runde Ecken“ geachtet. Schliesslich wurde der Putz mit weisser Kalkfarbe gestrichen. Der obere Rand ist unregelmäßig, aber das war so beabsichtigt. Das Waschbecken wurde probeweise an seinen Platz gebracht und die Lage für die Armaturen getestet. Danach wurden zuerst die Armaturen befestigt, dann erst das Waschbecken an seinen endgültigen Platz gebracht. Die Holzplatte habe ich dreimal (mit Zwischenschliff) mit Lasur im Farbton „Nuß“ lasiert. Zuletzt kamen noch zwei Schichten Parkettsiegellack drauf – das dichtet phänomenal ab und ist für Arbeitsflächen, die öfter nass werden, ideal. Der Parkettsiegellack braucht allerdings eine Weile, bis er völlig durchgetrocknet ist. Auf die Rückseite der Küche habe ich alte Fensterbalken geschraubt, die ich noch herumliegen hatte. Sie wurden ebenfalls mit Lasur behandelt.

Herd und Regale

Zuletzt wurde der Herd eingebaut und die Spülmaschine kam an ihren Platz. Für die Schläuche der Spülmaschine und die Kabel von Herdplatte und Backrohr habe ich bereits beim Mauern etwas Platz freigelassen. Die Regale wurden in passender Länge abgeschnitten und die Ecken wiederrum in Rundungen verwandelt. Ein Teil wurde weiss gestrichen, ein Teil im Nußton. Nostalgische Regalträger haben das Bild einer mediterranen Küche vervollständigt. Die Regalflächen im Mauerwerk haben sich etwas schwierig gestaltet, weil wenig Platz zum Arbeiten war. Dafür habe ich zuerst dünne Leisten jeweils links und rechts in gleicher Höhe angebracht und dann Bretter in der passenden Länge hineingeschnitten. Die Fugen beim Waschbecken und der Herdplatte wurden ebenfalls mit durchsichtigem Silikon verfugt. Zuletzt wurden dann noch hochmoderne IKEA Halogenlampen, die man als Spot ausrichten kann, angebracht. Ein netter Kontrast.

Plus-Minus

Hätte ich erneut die Wahl, ich würde die Küche wieder mauern. Ich würde mir dazu allerdings „etwas“ mehr Platz wünschen, so dass sich noch mehr Stauraum unterbringen lässt. Was ich nach wie vor, nach nun drei Jahren Nutzung, sehr mag, sind die offenen Regale mit dem vielen bunten Geschirr. Ich kaufe nie mehr als maximal zwei gleiche Teller oder Tassen, die meisten sind Einzelstücke. Die Arbeitsfläche hat sich als richtig dimensioniert erwiesen. Bis heute habe ich keine optimale Lösung für den Müll in der Küche. Plastik- und Restmüll sind direkt unter der Spüle versteckt, Papier sammle ich in einem Strohkorb, Flaschen oder Dosen muss ich gleich nach draußen bringen, dazu fehlt in der Küche der Stauraum. Das Anbohren der Ziegel für die Holzkonstruktion war nicht ohne, mir sind dabei drei-, viermal die Ziegel gesprungen, ein-, zweimal auch beim Anziehen der Schrauben. Bis heute sind die Regale im Mauerwerk nicht fest verschraubt, das steht immer noch auf meiner Todo-Liste.

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