Rosenteich

bh006

Bei der Anlage meines Rosenteiches habe ich mich von den Wasserbecken in den andalusischen Palastgärten inspirieren lassen. Mir schwebte mitten im Garten ein Wasserbecken vor, das von blühenden Rosen umrahmt wird. Wasserpflanzen waren ursprünglich nicht geplant, das hat sich dann aber in der Umsetzung geändert.

Die Einkaufsliste

Ich habe jede Menge Mauerziegel gebraucht, dazu Mörtel (selbst gemischt mit der Mischmaschine), Schotter, Decken und alte Handtücher als Vlies, Teichfolie.

Der Plan

Ich habe zuerst einen Plan gezeichnet. Die Herausforderung war, dass das Gelände dort, wo der Rosenteich sein sollte, abschüssig war. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, das Wasserbecken mit einer Mauer aus Ziegeln einzurahmen, um so das Gelände auszugleichen. Von Toni Limburg habe ich in der Planungsphase wertvolle Tipps für das Wasserleben bekommen. Seinem Rat ist es zu verdanken, dass ich das Wasserbecken tiefer als ursprünglich gedacht umgesetzt habe. Es ist an der tiefsten Stelle ungefähr 1,20 m tief. Die Anlage einer Stufe, auf der später Pflanzen ihren Platz finden würden, ergab sich daraus.

Das Graben

Den Teich habe ich von Hand gegraben. Mit Spaten, Krampen und Schaufel. Die Gegend hier zeichnet sich dadurch aus, dass praktisch überall, woman mit dem Spaten einsticht, man früher oder später riesige Steine findet. Ab 50 cm Tiefe ist das Gelände genrell sehr steinig.

Der Mauerbau

Beim Mauerbau war klar: An der oberen Hangseite sollte die Mauer deutlich niedriger sein als an der unteren Hangseite. Nur: Um wieviel? Ich habe, mangels einer Laserwaage (die ich inzwischen besitze), mit allen Mitteln versucht, irgendwie von einem zum anderen Ende eine Holzlatte zu bekommen, um einigermaßen zu wissen, wie ich mich mauertechnisch fortbewegen sollte. Erstaunlich, dass ich das letzlich mittels Augenmaß und improvisierter Wasserwaagenmessung auch tatsächlich hinbekommen habe. Aber manchmal braucht man beim Handwerken auch einfach Glück. Bevor ich die erste Schar Ziegel gelegt habe, habe ich das Erdreich mit Schotter verdichtet. Beim Mauern habe ich so gemauert, dass die erste Schar nur ein Drittel um den Teich ging. Jede weitere Schar ging dann auf beiden Seiten weiter, bis dann in der letzten Schar der Mauerring rundherum gelegt wurde. Dadurch habe ich einen „geraden Teich auf abschüssigem Hang“ erreicht. Die letzte Reihe der Ziegel sollte ins Wasser hineinragen und so die Folien einigermaßen verdecken. Das heisst, dass die letzte Schar erst gemauert wurde, als die Folie schon im Teich war. Wichtig ist, dass man mit einer Bürste die Mauer bearbeitet, bevor der Mörtel komplett trocken ist, so kann man die Ziegel von heruntergronnenem Mörtel freihalten.

Folie und Teichrand

Nachdem die Mauer um den Teich fertig war, habe ich alles zusammengetragen, was ich an alten Decken, Handtüchern, Vorlegern und Co herumliegen hatte und schon längst wegwerfen wollte. Damit habe ich mangels genügend Vlies dann eine Vliesschicht gelegt. Anschliessend kam die Folie in den Teich. Folie verlegen funktioniert nur bei schönem Wetter und Sonnenschein, denn die Wärme macht die Folie weich und geschmeidig und sie lässt sich sehr schön falten, das ist natürlich besonders bei einem runden Becken wichtig. Dann wurde das Wasser eingelassen. Ein herrliches Gefühl! Nachdem das Wasser drin war, habe ich über Nacht die Folie sacken lassen. Am nächsten Tag habe ich dann die überschüssigen Ränder der Folie abgeschnitten und mit Ziegeln beschwert. Dann habe ich den oberen Rand gemauert. Es hat sich nicht vermeiden lassen, dass dabei etwas Mörtel ins frische Wasser getropft ist. Aber man muss das Wasser vor dem Mauern einlassen, damit die Folie die richtige Länge hat und man sie nicht etwa zu knapp einmauert. Aber das milchige Wasser verschwindet bald von allein.

Die Pflanzen

Natürlich wurden von Beginn an Pflanzen ins Wasserbecken gesetzt. Nicht alle haben überlebt. Heute gibt es im Rosenteich drei sehr schöne Seerosen und eine Menge Gräser und andere Pflanzen. Auch Tiere wie Wasserkäfer, Schnecken und ein Frosch haben sich angesiedelt und natürlich jede Menge Libellen. Die Vögel baden im Frühjahr im Teich und trinken daraus. Die Hunde nutzen den Rosenteich als große Trinkwasserschüssel. Damit keine Tiere in den Teich fallen, gibt es zwei kleine Treppen auf jeder Seite.

Plus-Minus

Der Teich ist für ein Erstlingswerk gut gelungen. Ich würde heute den Teich heute nicht ganz so tief machen, weil von meinem Gefühl her auch etwas weniger tief genügt hätte. Zudem lässt sich ein nicht ganz so tiefes Becken leichter reinigen. Ich habe den Fehler begangen, mittelgroße Kiesel in den Teich zu werfen, das sieht zunächst zwar hübsch aus, macht aber eine Reinigung mit dem Sauger praktisch unmöglich, da die Kiese den Sauger verstopfen. Ich habe in den folgenden Jahren viel Zeit damit verbracht, die Kiesel wieder rauszufischen. Jetzt, nach drei Jahren. setzen die Ziegel bereis Moos an und werden grün. Ich bin mir noch nicht sicher, ob das so bleibt oder ich das entfernen werde. Zwei der Ziegel in der Teichumrandung sind abgesplittert, weil sie sich mit Wasser vollgesogen haben und dann im Winter zerplatzt sind, die müssen ausgewechselt werden. Im Grunde ist der Teich eine eher einfache Arbeit, das kann mit Sicherheit auch eine ungeübte Handwerkerin.

Du hast Fragen oder Anmerkungen? Bitte hier entlang in die Facebook-Gruppe „Heimwerken in Haus und Garten“

Rosenteich auf Facebook teilen
Rosenteich auf Twitter teilen
Rosenteich auf Google Plus teilen
Rosenteich auf Xing teilen
Rosenteich auf LinkedIn teilen
Social Sharing powered by flodjiShare

Die Kommentare wurden geschlossen