Holzhütte

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Im ersten Jahr habe ich mein Brennholz unter einer riesigen Plane gelagert und so vor Nässe und Schnee geschützt. Die teure Plane war schon nach einem Jahr in Fetzen, weil wir hier in der Region sehr heftige Herbst- und Winterstürme haben. Im Nebengebäude war kein Platz, also habe ich mich entschlossen, eine Hütte zum Lagern von Holz zu bauen. Sie sollte direkt gegegenüber des Haupteingangs stehen, so dass die Wege für den Holztransport ins Haus kürzestmöglich sein würden.

Der Plan

Hier war es nötig, einen Plan zu zeichen, denn ich hatte vor, die Hütte direkt an die Hauswand meines Nachbarn zu bauen. So etwas ist hier nicht weiter ungewöhnlich, weil die Häuser im Ortsverband Haus-an-Haus stehen. Dennoch ist eine schriftliche Genehmigung nötig, um der Rechtslage, die besagt, dass der Nachbar damit einverstanden ist, Genüge zu tun.

Die Einkaufsliste

Baustaffeln, Nut- und Federbretter, kürzere und längere Schrauben, Dübel für die Wand, Tram, Bodenhüsen, Pfosten, genügend lange Sechskantschrauben mit Muttern. Eine alte Holztür vom Bauhof, die glücklicherweise bereits Türbänder hatte, dazu Gegenstücke für die Türbänder. Für das Dach habe ich Polyesterwellbahn auf Meterrolle genommen, die kann man sich im Baumarkt passend abschneiden lassen. Acryllack für die Lackierung, Bretter für die Verzierung, Paletten für den Boden.

Die Vorbereitung des Bauplatzes

Der Bauplatz war teilweise erhöht. Aber eben nur teilweise. Zunächst habe ich daher mit Hilfe von Tram zum Abstützen den Bauplatz hergerichtet bzw. Erdreich umgeschichtet, um einen ebenen Bauplatz zu haben. Dann habe ich die Paletten auf den Boden gelegt, um ungefähr zu sehen, wie groß die Hütte einmal werden sollte. Die Höhe von über 2 Meter an der niedrigsten Stelle hat sich daraus ergeben, dass ich abgeschätzt habe, wie hoch ungefähr die künftigen Holzstapel sein würden.

Die Konstruktion

Konstruiert habe ich die Hütte „out-of-the-box“, d.h. einfach nach Gefühl. Wichtig waren zunächst die starken Pfosten, die das Grundgerüst der Hütte bilden. Die habe ich mit Hilfe von Pfostenhülsen, die ich in den Boden geschlagen habe und mit zusätzlichen Sechskantschrauben, befestigt. Das Einschlagen der Pfostenhülsen geht nur mit einem 10-Kilo-Hammer und mit Hilfe eines abgeschnittenen Pfostenstückes, das man in die Hülse einlegt und zum Draufschlagen nutzt. „Gerade“ wurden die einzelnen Pfosten erst im Verbund, hier habe ich beim Anbringen der Querstaffeln viel mit drei Wasserwaagen gearbeitet – und mit einem gesunden Augenmaß. Nachdem die Querstaffeln angebracht waren, habe ich auch noch, dort wo es nötig war, mit weiteren Staffeln vertikal verstärkt. Insgesamt habe ich die Hütte rund 15 cm entfernt von der Hauswand des Nachbarn gebaut und nur die Verkleidung dann ganz zur Hauswand gerückt. Die Staffeln habe ich hier ausnahmsweise nicht geschliffen, sondern gleich sägerauh verarbeitet.

Die Wände

Bei den Wänden habe ich mit Nut- und Federbrettern verkleidet und mich hier wirklich für die Billigvariante entschieden. Es sollte ja nur ein Regenschutz sein, es kam also nicht darauf an, dass hier gedämmt wird oder an den Wänden etwas befestigt werden sollte. Ich habe zur Sicherheit mit bereits eingehängter Tür gearbeitet. Die Bretter wurden von unten nach oben angeschraubt, das unterste Brett wurde mit Hilfe der Wasserwaage ins Lot gebracht. Die Bretter bei den Schrägen waren eine Fizzlerei, und die Schräge selbst habe ich nach Augenmaß gezeichnet und abgesägt.

Das Dach

Von Anfang an war klar, dass das Dach schräg sein würde, damit Wasser oder Schnee gut abrutschen können. Die Dachneigung hatte ich vorher berechnet und hier mit der geringstmöglichen Dachneigung gearbeitet, die noch machbar ist. Informationen über Dachneigungen habe ich mir übers Internet besorgt. Ich habe zunächst die Querstaffeln auf die solide Unterkonstruktion (die bereits schräg war) gelegt, danach habe ich die Längsstaffeln aufgelegt. Wichtig dabei: Die Staffeln müssen „hochkant“ stehen, damit sie nicht später durchhängen. Die Pfosten habe ich erst am Ende mit der Motorsäge eingekürzt, als klar war, wie hoch das Dach werden würde. Das Anbringen des Well-Daches gestaltete sich schwierig: Da das Material auf Rolle war und ich nicht unnötigerweise Material durch Überlappungen verschwenden wollte, die es gegeben hätte, hätte ich mit abgeschnittenen Stücken gearbeitet, musste ich die Schrauben auf der Leiter „über-die-Rolle“ anbringen, weil ja „aufgerollte wurde. Die Rolle war zu breit, als dass ich sie hätte ganz ausrollen und von unten befestigen können. Zuletzt habe ich an den Seiten noch Holzlatten unterlegt mit einem Stück alter Yogamatte von oben ans Dach geschraubt, damit der Wind nicht die Schrauben ausreissen kann (das ist mir bei einem anderen, kleineren Dach passiert).

Verzierung und Anstrich

Zur Verzierung habe ich rundherum gezacktes Holz angebracht, das ich vorher weiss lackiert habe. Die Tür wurde ebenfalls frischlackiert, die Holzhütte selbst in einem zum Haupthaus passenden Farbton.

Plus-Minus

Die Grundkonstruktion ist super, das würde ich wieder so machen. Anders würde ich das Dach machen: Hier würde ich mir das Dachmaterial maximal mit einem Meter Länge besorgen, so dass man auf der ganzen Länge von unten her schrauben kann. Das bisschen horizontale Überlappung und Mehrkosten an Material wird durch den Komfort bei der Montage bei Weitem aufgewogen. Den Boden der Hütte habe ich mit Schotter verfestigt, bevor ich die Paletten aufgelegt habe. Trotzdem ist absehbar, dass die in einigen Jahren durch den Bodenkontakt zusammenmorschen werden. Hier werde ich  bei der Erneuerung darauf achten, dass am Boden eine Feuchtigkeitssperre liegt.

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