Terrasse

Mein Nachbar hat sich eine schöne Terrasse für den Garten gewünscht. Groß sollte sie sein, das war wichtig, weil man später hier mit vielen Menschen schöne Stunden verbringen wollte. Ausgangspunkt war eine in den Garten schräg abfallende Betonierung, und ein Betonsockel direkt am Haus, der etwa 2 Meter in den Garten ragte. Hier sollte die Terrasse um mindestens 2 – 3 Meter in den Garten verlängert werden, bei einer Breite von etwas über 5 Meter.

Die Einkaufsliste

Lärchenstaffeln für die Unterkonstruktion, Terrassendielen ebenfalls aus Lärchenholz, Dielenschrauben rostfrei, lange Schrauben und Dübel für die Befestigung der Unterkonstruktion, diverse Beton- und Holzbohrer, Hohlziegel, jede Menge Beton, Betonziegel, Kork, Fliesen, Fliesenkleber, Fugenmasse.

Unterkonstruktion

Die Unterkonstruktion für die Terrasse ist der wichtigste Teil der Arbeit. Wenn das gut ist, ist der Rest ein Kinderspiel. Ganz so spielend war diese Konstruktion nicht zu machen: Das vorhandene Betonpodest war in alle Richtungen schief und die Verlängerung der Terrasse in den Garten hinein erforderte einen soliden Unterbau, der sich nicht mehr setzen können sollte. Einige Monate davor war dort der Aushub aus einem Wasserleitungsbau, ein Stein-Erde-Gemisch, das sich extrem verfestigt hat, aufgebracht worden. Provisorisch wurden zunächst die Lärchenstaffeln alle 50 cm gelegt, hierbei diente die hintere (weil höchste) Kante des Betonpodestes als Messpunkt. Dann kam langwieriges Messen – ohne mindestens 2 Wasserwaagen ist hier nichts zu machen. Damit alle Hölzer auf dem Podest in gleicher Höhe lagen, wurden unter die Konstruktionshölzer verschiedene Lagen Kork gelegt. Die Hölzer wurden dann gebohrt, die Bohrlöcher mit einem sich öffnenden Bohrer zum Versenken der Schrauben vorbereitet – bei Lärchenholz ein muss, sonst bekommt man die Schrauben nicht hinein, weil das Holz zu hart ist und einreißt. Das Betonpodest wurde ebenfalls gebohrt und dort die Dübel gesteckt. Mit langen Schrauben wurde dann das Konstruktionsholz mit dem Sockel fest verbunden. Dort, wo die Terrasse in den Garten verlängert wurde, wurde  mit Hohlziegeln gearbeitet, die später mit Beton gefüllt wurden, diese Ziegel sind breit genug, um in die Ränder Bohrlöcher zu machen, in die man Dübel versenken kann.

Podest

Um den Übergang vom Haus zur Terrasse schön zu beginnen, wurde ein kleines Podest gegossen. Zu beachten war dort, dass die Garten-Wasserleitung (Schlauch) hier nicht mitbetoniert werden sollte, der Schlauch wurde zur Sicherheit mit mehreren Lagen Polsterfolien umwickelt. Für das Podest wurde eine kleine Schalung gebaut, die mit Beton ausgegossen wurde. Das Podest wurde eben betoniert, das erwies sich in der Folge zunächst als Baufehler, weil sich herausgestellt hat, dass die vorhandene Terrassentür schief eingebaut war und daher beim Öffnen „hing“. Also wurde hinterher wieder Beton abgekratzt, bis das Podest für das Öffnen der Tür passend war. Zuletzt wurde das Podest mit Fliesen verkleidet.

Holzboden

Den Holzboden auf die Konstruktion zu verschrauben, war vergleichsweise einfach. Sämtliche Dielen mussten vorgebohrt werden, durch Lärchenholz ist sonst kein Durchkommen. Hier hat sich als glücklich erwiesen, dass zwei Bohrmaschinen und ein Akkuschrauber vorhanden waren, so dass nicht dauernd umgespannt werden musste. Ein bisschen knifflig war die Arbeit zum Haus hin, weil natürlich auch das Haus schief gebaut war. Während des Verschraubens der Bretter habe ich die Bretter ungekürzt verwendet, erst ganz am Ende wurden an den Seiten die Bretter auf eine Länge gebracht.

Stufe

Für den Übergang vom Haus hin zur Terrasse wurde eine einzelne, sehr große Stufe gebaut. Hier wurden als Unterkonstruktion Hohlziegel verwendet, die mit Beton gefüllt wurden. Besondere Schwierigkeit war hier, dass die vorhandene abschüssige Betonierung nicht in der Waage war, dies musste also durch die Unterkonstruktion ausgeglichen werden. Hier wurde zusätzlich mit kleineren Vollbetonziegeln gearbeitet. Damit die Hohlziegel eben auflagen, wurde hierfür erneut geschalt und ein kleines Fundament gegossen. Auf die fertig gefüllten Ziegel bzw. direkt auf die vorhandene Betonierung wurden dann die Holzstaffeln verschraubt. Zuletzt wurden die Lärchendielen auf der Unterkonstruktion verschraubt

Treppe

Mein Nachbar hatte sich gewünscht, dass die abschüssige Betonierung völlig verschwinden sollte. Stattdessen sollte eine kleine Treppe in den Garten führen. Ich habe hier ausprobiert, wie hoch die Stufen sein konnten und wie die optimale Schrittlänge für jede Stufe war. Dann habe ich hier erneut mit Hohlziegeln die Stufen vorgearbeitet, darauf wieder die Staffeln verschraubt. Anschließend wurden die Lärchendielen auf der Unterkonstruktion verschraubt.

Fertige Terrasse

Der Übergang von der großen Stufe zur Terrasse wurde noch mit Lärchenholz verkleidet, ebenso die Terrasse auf der gesamten Länge in den Garten. Für den Rest der eigentlich noch nötigen Verkleidung war im Moment kein Budget mehr da, da muss man also später noch nachholen. Auch ein Geländer sollte im Bereich der Treppe angebracht werden als Sicherheitsaspekt für alte Menschen.

Werkkritik

Dies war meine erste Terrasse, was würde ich anders machen? Ich würde das nächste Mal statt der Hohlziegel durchgehende Betonmauern machen. Wenn man hier vernünftig in der Waage arbeitet, entfällt ein guter Teil des Nachmessens für jeden einzelnen Stein. Die Mehrarbeit bei der Betonmauer gleicht sich mit der gewonnen Zeit beim Verschrauben der Unterkonstruktion aus. Ich hätte gerne die Treppe und die gesamte Terrasse vollständig nach unten verkleidet, leider war dafür kein Budget mehr da.

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