Bad

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Das Bad ist völlig neu entstanden. Die Gegebenheiten waren baulich etwas herausfordernd: Das Haus hat genau auf der Höhe des Bades einen „Knick“. Zudem gibt es einen Kamin genau dort, der natürlich bleiben musste. Weiter gibt es im Bad auch noch eine Zwischenwand, die ein Stück weit erhalten bleiben sollte. Insgesamt ist das Badezimmer sehr schmal. Die Außenwand des Hauses besteht aus gelegten Steinen, sie ist ungefähr 60 cm stark. Nachdem gerade dort vorher für die Wasserleitungen gestemmt worden war, war es praktisch unmöglich, dort eine wirklich gerade, glatte Mauer zu machen. Ich habe es zumindest nicht geschafft und daher auf eine andere Lösung gesetzt. Zu guter Letzt hat das Bad kein Fenster nach außen.

Die Einkaufsliste

Online habe ich eine praktisch neue Emailbadewanne für kleines Geld bekommen. Sie ist wirklich groß, so dass sich auch größere Leute bequem hineinlegen können (und nicht nur sitzen). Die Füße für die Wanne habe ich neu besorgt, die alten waren leider beschädigt. Weiter habe ich hier gebraucht: Yton-Steine für den Verbau, Kleber für Yton, Fliesenkleber, Fugenmasse, Fliesen (Restmengen in verschiedenen Ausführungen und Farben) bunte Glassteine, bunte Mineralsteine. Für den Waschtisch habe ich Ziegel, Mörtel, ein Waschbecken (ebenfalls online erstanden) und Armaturen sowie eine Holzplatte benötigt.

Die Badewanne

Zuerst habe ich die Badewanne – so irgendwie – ins Bad geschleppt und dort dann auf die passenden Füße geschraubt. Als die Badewanne ihren Standort hatte, habe ich begonnen, die Wanne rundherum mit Ytong-Steinen zu umschliessen. Wichtig war mir dabei, den natürlichen Raumteiler, den es durch eine bestehende Wand gab, bestmöglich zu nutzen und zu betonen. Ytong lässt sich wirklich spielend einfach verarbeiten, mit dem Kleber kann man gut arbeiten. Gleichzeitig wurde sichergestellt, dass der Abfluss und die Wasseranschlüsse an der richtigen Stelle waren (das war eine der wenigen Arbeiten, für die ich mir einen Handwerker geholt habe, weil ich mir die Wasseranschlüsse nicht zugetraut habe). Nachdem die Ytonsteine trocken waren, habe ich begonnen, die Wanne hinten und auf der Seite mit Bauschutt zu füllen. Der musste ersten ohnehin irgendwohin und zweitens habe ich im hinteren Bereich später einfach Mörtel eingegossen, um auf das entsprechenden Niveau der Wanne zu kommen. Aufgrund der baulichen Gegebenheiten waren Ytongsteine im hinteren Bereich nicht machbar.

Das Verfliesen

Die Front der Badewanne habe ich mit ganzen Fliesen verfliest. Dabei habe ich die Fliesen quergestellt, so dass ein schräges Muster entstanden ist. Das Auge verzeiht so auch leichter, wenn die Fugen später nicht 100%-ig gleich sind. Auf Ytongsteine kann man Fliesen sehr einfach mit Fliesenkleber aufkleben, auch das Verfugen danach ist hier kein Problem. Das Zuschneiden der Fliesen mit dem Fliesenschneider war in dem Fall leicht, weil die Fliesen standardmäßig eher dünn waren. Ein Problem stellte die hintere, sehr unebene und geknickte Wand dar. Da normale Fliesen anzubringen, war praktisch unmöglich, auch wenn ich das gerne getan hätte, allein schon wegen des geringeren Arbeitsaufwandes. So aber blieb nur die Variante, dort ein Mosaik anzubringen. Also habe ich viele Fliesen mit dem Hammer vorsichtig in Stücke geklopft und habe dann diese Splitter in die mit Sand gefüllte Mischmaschine geworfen und die scharfen Kanten abgeschliffen. Dann habe ich Stück-für Stück das Mosaik gelegt.

Der Waschtisch

Der Sockel für das Waschbecken wurde mit Ziegeln gemauert. Es war meine erste Maurerarbeit. Zuvor hatte ich im Internet über das richtige Mischungsverhältnis Zement:Kalk:Sand gelesen, aber dann habe ich doch dem ungarischen Maurer über die Schulter geschaut. Nach einiger Zeit hatte ich das richtige Mischungsverhältnis im Gefühl und musste nicht mehr Schaufeln zählen oder Säcke messen. Dass die Mauer gerade wurde, habe ich erstens meinem guten Augenmaß zu verdanken, zweitens der Kontrolle mit der Wasserwaage. Nachdem die Mauer trocken war, wurde sie verputzt, dabei habe ich darauf geachtet, runde Kanten zu erreichen. Kalkputz ist sehr ätzend, anfangs habe ich daher Handschuhe getragen, aber nach einiger Zeit habe ich dann mit bloßen Händen gearbeitet. Das ätzt dann die oberste Hautschicht erstmal weg, aber man gewöhnt sich dran. Auf den Waschtisch habe ich dann eine Holzkonstruktion geschraubt, auf diese schliesslich kam die Holzplatte, in die ich das Waschbecken passgerecht hineingeschnitten habe. Man muss ein bisschen Phantasie haben beim Anzeichen, Waschbecken sind nun mal nicht flach. Später habe ich die erste Platte dann durch eine durchgängige ausgetauscht, weil etwas mehr Platz im Bad immer gut ist, vor allem, wenn Gäste da sind. Auch die Beleuchtung habe ich erneuert: Ein Tram an die Wand geschraubt, daran dann die Lampen befestigt. Sehr urig, passt.

Plus-Minus

Heute würde ich keine Badewanne mehr einbauen, sondern eine Duschtasse. Ich würde eine Duschtasse flach in den Boden einlassen und eine Mauer als Abtrennung für die Dusche machen, so dass man ohne Stufen die Dusche begehen kann. Das Mosaik hat wesentlich mehr gewirkt, als man den dunklen Fliesenkleber noch gesehen hat. Mit der weissen Fugenmasse verliert sich dieser Effekt, seither überlege ich, noch eine hauchdünne Schicht eines dunkleren Fugenstoffes rein optisch drüber zusreichen, damit der Mosaikeffekt wieder stärker hervortritt. Die aktuelle Lösung mit dem Waschtisch gefällt mir sehr gut. Hier plane ich, in nächster Zeit unter dem Waschtisch noch einen Stauraum zu verbauen.

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