Dielenboden verlegen

Der Dielenboden im Wohnzimmer war zumindest 60-70 Jahre alt, wenn nicht älter. Dielen waren sehr stark verwittert, teilweise tief gefurcht und zwischen den Dielen hatten sich Spalte gebildet. In einigen Dielen war auch einmal ein Holzwurm drin, den habe ich aber vor Jahren behandelt. Der Boden war insgesamt eher uneben. Der Untergrund ist ein klassischer Schüttboden, so wie man es früher gemacht hat. Das Ziel bei der Erneuerung war, den Boden gut gegen den direkt darunter befindlichen Keller zu dämmen. Insgesamt sollte der Boden auf das Niveau der Veranda gebracht werden, die im Jahr zuvor fertig gestellt worden war. Dort ist auch nachzulesen, wie beim Verandabau bereits auf die Erneuerung des Bodes abgestellt wurde.

Materialliste

  • Lärchendielen
  • Fichtenstaffeln
  • Dämmplatten
  • OSB-Platten mit Nut- und Feder
  • Hasenzaun
  • Spachtelmasse
  • Holzöl
  • Metallleisten
  • Riffelblech
  • Fugenmasse
  • Silikon
  • Fliesenkleber
  • Grundierung für OSB-Platten
  • Diverse Schrauben

Vorbereitung

Der neue Boden wurde direkt auf den vorhanden Boden verlegt. Der alte Boden wies zur Wand hin größere „Löcher“ auf, das heißt das alte Holz ging nicht ganz bis zur Wand. Durch die Spalte sind in den letzten Jahren des Öfteren Mäuse in den Raum gekommen. Hier habe ich rundherum überall engmaschigen Hasenzaun an den alten Boden getackert und zur Wand hin aufgebogen. Beim Schneiden des Zaunes muss man vorsichtig sein, man kann sich daran leicht verletzen. Die größten Löcher wurden zusätzlich mit rasch abbindender Spachtelmasse gefüllt.

Die Dämmung

Quer zum bisherigen Boden wurden die Staffeln auf den alten Boden geschraubt, immer mit  einem Abstand zur Wand. Zwischen die einzelnen Staffeln wurden Dämmplatten direkt auf den alten Boden gelegt. Quer zu den Staffeln wurden danach die OSB-Platten verlegt und auf die Staffeln geschraubt. Dort, wo die OSB-Platten keine Unterlage fanden, weil die Nahtstelle nicht über einer Staffel lag, wurde zum Teil ein Extra-Stück Staffel auf den Boden geschraubt, um die Haltbarkeit zu verbessern. Wirklich nötig ist das nicht, denn sobald der Dielenboden auf den Platten verlegt ist, verteilt sich das Gewicht so, dass nichts mehr brechen kann. Während aber die Platten noch frei liegen, darf man auf nicht unterlegte Nahtstellen nicht treten, es besteht die Gefahr, dass sie dort brechen, deshalb habe ich diese Stellen mit Gaffaband gekennzeichnet. Da ich im selben Raum verlegt und gesägt habe, habe ich zwischendurch immer wieder die Sägespäne weggesaugt.

Übergang zur Veranda: Fliesen

An der Stelle zur Tür sollte ein Stück mit alten Zementfliesen verlegt werden als Übergang zur Veranda. Die Fliesen mussten erst an der Unterseite und an den Rändern von alter Fugenmasse und altem Kleber befreit werden. Das staubt ziemlich. Damit man die Fliesen direkt auf die OSB-Platte verlegen kann, muss grundiert werden. Die Fliesen habe ich zunächst aufgelegt, dann wurden die Randstücke mit Diamantscheibe und Winkelschleifer passend zugeschnitten. Damit der Fliesenkleber und später die Fugenmasse nicht auslaufen, habe ich rund um die künftigen Fliesen einfach Leisten direkt auf die OSB-Platten geschraubt. Danach Fliesenkleber anrühren und die Fliesen eindrücken und ausrichten. Die äußeren Fliesen werden dabei direkt an das Richtholz gelegt. Mit der Fugenmasse lassen sich auch leichte Differenzen im Boden ausgleichen. Am nächsten Tag habe ich dann verfugt. Für Zementfliesen muss man doppelt so viel Fugenmasse wie für normale Fliesen rechnen, weil sie rund 2 cm stark sind. Wichtig beim Verfugen: Sofort sauber nachwischen. Die Fugenmasse habe ich einen vollen Tag antrocknen lassen, dann konnten die Richthölzer entfernt werden. Die Korkunterlage, die auf den Fotos zu sehen ist, habe ich dafür verwendet, rund um die Fliesen die Höhe der Dielen exakt an die Höhe der Fliesen anzugleichen.

Die Dielen

Beim Verlegen der Dielen ist eigentlich nur die erste Dielen kritisch, besonders dann, wenn die Wand nicht gerade ist. Dann muss nämlich diese erste Diele der Länge nach korrekt zugeschnitten werden. Die Dielen habe ich direkt an die OSB-Platten geschraubt mit Self-Cut-Schrauben, vorbohren war also nicht nötig. Manche Dielen sind verzogen, so dass man sie zunächst an einer Seite festschraubt und dann sukzessive mit einem Hilfsholz der Länge nach in die Fuge bringt. Ist eine Diele zu verzogen, das kommt vor, dann einfach in der Mitte auseinanderschneiden und in zwei Teilen verlegen. Der Dielenboden muss nach dem Verlegen geschliffen werden, weil bei den Nut-und-Feder-Dielen die Übergänge kantig sein können. Diese Kanten muss man wegschleifen, man behandelt da aber natürlich gleich den ganze Boden mit.

Boden ölen

Ich habe mich dafür entschieden, den Boden zu ölen. Die Suche nach dem richtigen Produkt war nicht ganz einfach, ich habe mich schließlich für Holzöl von Leinos entschieden und das war eine gute Wahl. Hier gibt es Holzöl in verschiedenen Farben und mein Boden sollte einen warmen, braunen Farbton passend zu meinen alten Möbeln bekommen. Geölt wird zunächst mit Hartöl, als Endbeschichtung nimmt man Hartöl spezial. Es ist der einzige Hersteller, der eine vernünftige Video-Anleitung zum Ölen online hatte. Wichtig: Das Öl muss sehr dünn aufgetragen werden und überschüssiges Öl, das nach 20 Minuten nicht eingezogen ist, wird mit Leinentüchern abgewischt.

Ich habe den Farbton erst auf Dielenresten getestet. Ich habe zweimal geölt und dann endbeschichtet. Natürlich ist hier nicht alles glatt gegangen. Nach der zweiten Farbölschicht habe ich wohl an einigen Stellen nicht gut genug abgewischt, dort wurde das Öl klebrig. Das lässt sich nur wieder richten, wenn man wenige Farbspritzer Öl aufbringt und die erneut einpoliert. Der Boden ist nach dem Ölen superglänzend, trocknet aber wunderschön seidenmatt auf. Keine leichte Arbeit und eine, bei der einiges schiefgehen kann. Aber der Leinos-Kundendienst ist super und stand mit gutem Rat zur Seite.

Leisten verlegen

An die Wände wurden Leisten verlegt, diese wurden davor ebenfalls geölt. Die Leisten müssen auf Gehrung zugeschnitten worden. Ich habe Dreiecksleisten verwendet, die eine kleine Tücke aufwiesen: Eine Leiste kann entweder etwas steiler direkt an der Wand aufgelegt werden ODER mit der flachen Seite auf dem Boden. Daraus ergibt sich ein unterschiedlicher Winkel für den Gehrungsschnitt. Spätestens, wenn man den zweiten Schnitt falsch gemacht hat, sind dann die nächsten Schritte richtig. Die Wandleisten habe ich mit kleinen Nägeln befestigt. Rund um den vorhandenen Kachelofen (der auf einem Fliesensockel steht, der bereits vor Jahren höher gebaut wurde, um später mit dem neuen Boden abzuschließen) wurde mit Aluleisten verblendet, eine Platte aus Riffelblech wurde unter die Leiste geschoben und dann verschraubt. Schutzplatten aus Metall oder Glas sind vor einem Ofen vorgeschrieben und Voraussetzung für die Betriebserlaubnis. Auch die Kante am Übergang zum Cotto wurde mit einer Aluleiste verblendet.

Finish

Zwischendurch wurden die Wände neu gekalkt. Für den Holzwagen habe ich neue, spezielle Gummiräder erstanden, die für hochempfindliche Böden geeignet sind. Der Vollständiger halber erwähne ich noch, dass ich auch die Verkleidung der Küche, die zum Wohnzimmer zeigt, mit den Lärchendielen verblendet habe. Diese Bretter wurden nicht geölt, sie sollen später noch weiß lackiert werden.

 

Auf Facebook teilen
Auf Twitter teilen
Auf Pinterest teilen
Social Sharing powered by flodjiShare

Die Kommentare wurden geschlossen